Lange Weihnachtssprüche

Durch den tiefen Winterwald
kommt schon dieser Mann alsbald.
Er hat einen langen Mantel an,
an diesem hängt ein Flauschsaum dran.

Der Mantel der ist strahlend rot
und nichts dies Rot zu trüben droht.
Durch welchen dunklen alten Wald,
durch welche Nacht, er kommt sobald.

Dieser Mann hat viele Namen,
die ihn viele Völker gaben.
Bei den einen heißt er Santa Claus
und steigt durch die Esse in das Haus.

Bei anderen heißt er Weihnachtmann
und kommt stets mit dem Schlitten an.
Der Ruprecht wird er auch geheißen,
und er wird von Haus zu Haus dann reisen.

Wenn der Weihnachtstag uns all erfüllt
und an der Tür die Glocke schrillt,
obwohl doch alle in der Stube sitzen,
werden die Kinder zu der Türe flitzen.

Dort steht er dann, und wie er genannt,
sagt ein jeder so, wie er’s gekannt.
Der Mann in seinem roten Mantel
treibt an der Tür gar keinen Handel.

Doch geht ein jeder mit Gewinn
von dem Mann zur Stube hin.
Vielen Dank, Du guter Mann,
mit Mantel und dem Flauschsaum dran.

Im idealen Falle ist der Weihnachtsabend
erfüllt von Andacht und von Gaben.
Dazu gesellt sich noch der Wunsch
nach einem schönen starken Punsch.

Die Familie dann ganz beisammen
und an den Kerzen schon die Flammen,
wünscht man sich, dass alles liebt,
keiner hasst, doch Segen gibt.

Das Essen gehört natürlich auch
zu dem alljährlich guten Brauch.
So isst man zusammen, meist hat einer gekocht,
und trinkt und sagt, wie sehr man es gemocht.

Die Geschenke will man auch auspacken,
in den Paketen warten schöne Sachen.
Für jeden ist im idealen Falle
alles gut, und Glück in der Halle.

Am Ende sagt einer noch diesen Spruch,
in der Nase schon Stollengeruch.
Und zu einer späten Stunde
gibt man dann die letzte Runde.

Anschließend fahren alle nach Haus.
Die Kerzen und das Fest sind aus.
Alle freuen sich, das ist wahr,
sicher auf das nächste Jahr.

Der Baum, der ist so schön geschmückt.
Vorfreude macht schon alle verrückt.
Es flackern die Kerzen, es strahlt der Baum.
Kaum noch hält man sich im Zaum.

Ja, so ist es, wieder ein Kind zu sein,
stets unter Spannung und damit nicht allein.
Am Weihnachtsabend wird das Wunder wahr,
dann sind die Erinnerungen wieder da.

Die kleinen Kinder damals noch
vergeblich schauen am Schlüsselloch.
Ist da schon der große Mann,
der mit diesem Mantel an?

War das seine Stimme, sind das seine Schritte?
Bald schon – unerwartet – steht er in unsrer Mitte.
Und jeder tritt vor und sagt einen Spruch,
das strenge Gesicht dann im Umbruch.

Der große, alte, bärtige Mann
fängt alsdann zu Lächeln an.
Er greift in seinen Leinensack
und schaut, ob er was für Dich hat.

Am Ende noch ein schnelles Danke,
das Geschenk genommen aus seiner Pranke
schnell geöffnet und groß sind die Augen.
Danke! Danke! Man mag es kaum glauben.

Und so fühlt es sich auch nach Jahren
wieder an, kann man das Kind bewahren,
das in einem schlummert das ganze Jahr,
bis das Fest wird wieder wahr.